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Was macht eine gute Führungskraft aus?

Nicht, dass sie fachlich die Beste im Team ist. Genau daran scheitern die meisten Beförderungen.

Wir befördern Menschen, weil sie in ihrem Job gut sind. Aber wer in seinem Job gut ist, ist noch lange keine gute Führungskraft. Das sind zwei völlig verschiedene Handwerke.

Woran ich eine gute Führungskraft erkenne:

Sie schafft mehr Leader.

Das ist für mich der Kern von Führungsverantwortung. Nicht Abhängigkeit erzeugen, sondern Menschen befähigen, selbst zu entscheiden.

Sie hält, was sie sagt.

Auch bei Kleinigkeiten. "Ich schau mal" und dann nie wieder melden hat in der Führung nichts verloren. "Das weiss ich gerade nicht, ich kläre es ab und komme auf dich zurück" ist absolut fair.

Sie gibt eigene Fehler zu.

Ein Team wird nicht offen, weil man es zur Offenheit auffordert. Es wird offen, wenn die Führungskraft vormacht, dass Fehler nichts kostet.

Sie spricht Unangenehmes an.

Fehlende Leistung, Konflikte, Spannungen im Team. Wer schweigt, um die Beziehung zu schützen, beschädigt sie langfristig stärker als jedes ehrliche Gespräch.

Sie hält sich selbst an das, was sie verlangt.

Nichts zerstört Glaubwürdigkeit schneller als Regeln, die nur nach unten gelten.

Gute Führung zeigt sich nicht nur in dem, was du tust. Sie zeigt sich auch darin, ob du dich selbst ehrlich einschätzt, wie du dein Team antreibst, ohne Druck aufzubauen, und wie du mit unterschiedlichen Generationen umgehst.

Bist du selbst eine gute Führungskraft?

Das ist nicht daran zu erkennen, wie du dich fühlst. Sondern an der Lücke zwischen deinem Selbstbild und dem, was dein Team tatsächlich erlebt.

Diese Lücke ist der wichtigste Wert in der Führung, und fast niemand kennt ihn. Führungskräfte bekommen von unten selten ehrliches Feedback. Je weiter oben jemand steht, desto netter und vorsichtiger werden die Rückmeldungen.

Fünf Fragen kannst du dir sofort stellen: Wo bin ich bequem geworden? Wo ziehe ich zu wenig? Wann habe ich zuletzt eine eigene Fehlentscheidung offen zugegeben? Würde mein Team sagen, dass ich Energie bringe? Und: Wann hat mir zuletzt jemand aus meinem Team widersprochen?

Die letzte Frage ist die härteste. Wenn dir seit Monaten niemand widersprochen hat, heisst das nicht, dass du recht hattest. Es heisst, dass es sich nicht mehr lohnt.

Wer es genauer wissen will: Ich habe dafür einen kostenlosen Führungs-Check gebaut. Du füllst ihn in drei Minuten aus, dein Team antwortet anonym, und du siehst den Unterschied zwischen beiden Sichten sowie deine drei grössten blinden Flecken. Zu finden unter check.lukashug.com.

Der Selbstcheck ist die eine Seite. Die andere ist, wie du dein Team antreibst, ohne Druck aufzubauen.

Wie motivierst du dein Team, ohne Druck aufzubauen?

Du musst dein Team nicht motivieren. Fang damit an, sie nicht zu demotivieren.

Das ist keine Wortspielerei. Die meisten Teams sind nicht unmotiviert, weil ihnen etwas fehlt, sondern weil ihnen ständig etwas im Weg steht. Sinnlose Meetings, Entscheidungen, die ewig dauern, Ideen, die im Nichts verschwinden, Zusagen, die nicht eingehalten werden.

Stell deinem Team die Frage, die wehtut: Womit soll ich aufhören, damit ihr besser arbeiten könnt? Und zeig danach in dreissig Tagen sichtbar, dass du damit aufgehört hast. Ohne den zweiten Teil ist die Frage wertlos.

Was zusätzlich wirkt:

Entscheidungsfreiraum statt Rückfragen.

Ich arbeite mit fünf Bedingungen. Wer alle fünf mit Ja beantwortet, entscheidet selbst: Bin ich für das Themenfeld verantwortlich? Habe ich das nötige Fachwissen oder kann ich es mir beschaffen? Habe ich eine sinnvolle Risikoabwägung gemacht? Habe ich eine schlüssige Argumentation? Kann ich den Schaden bei einer Fehlentscheidung selbst beheben?

Die 1-3-1 Regel.

Wer mit einem Problem kommt, bringt ein Problem, drei Lösungsvorschläge und eine Empfehlung mit. Das verlagert das Denken dorthin, wo das Wissen sitzt.

Ideen sichtbar beantworten.

Wenn jemand einen Vorschlag macht, gibt es entweder eine Umsetzung oder eine echte Begründung. Ein "wir schauen mal" tötet mehr Engagement als jede Absage.

Geschützte Fokuszeit.

Menschen sind nicht unmotiviert, sie kommen nur nie dazu.

Motivation ohne Druck funktioniert bei jedem Team. Bei einer Generation wird sie besonders oft eingefordert.

Wie führst du Mitarbeitende der Generation Z richtig?

Gen Z ist nicht das Problem. Unser Bedürfnis, sie abzuwerten, schon.

Ich höre in Kadertagungen regelmässig dieselben Sätze. Zu wenig Belastbarkeit, zu viele Ansprüche, kein Durchhaltewillen. Und fast nie hat die Person, die das sagt, jemals ernsthaft mit einem dieser jungen Menschen gearbeitet.

Was in der Praxis tatsächlich funktioniert:

Sinn erklären, nicht verordnen.

Diese Generation fragt "warum", bevor sie etwas tut. Das ist kein Widerstand, sondern der Wunsch, den eigenen Beitrag zu verstehen. Wer die Frage als Frechheit liest, verliert die Antwort.

Feedback häufiger geben, dafür kürzer.

Ein Jahresgespräch ist für jemanden, der in Wochenrhythmen denkt, keine Rückmeldung, sondern ein Urteil aus der Vergangenheit. Ich führe alle zwei Wochen ein 1:1. Fünfzehn bis dreissig Minuten reichen.

Verantwortung wirklich abgeben.

Nicht Aufgaben delegieren und dann kontrollieren, sondern einen Bereich übergeben. Bei mir hat jede Person einen klar definierten Verantwortungsbereich. Ich bin Sparringpartner, nicht Entscheider.

Entwicklung transparent machen.

Die häufigste Frage ist nicht "wie viel verdiene ich", sondern "was muss ich leisten, damit sich etwas ändert". Wer darauf keine konkrete Antwort hat, muss sich über Kündigungen nicht wundern.

Und das Wichtigste: Diese Punkte funktionieren bei jeder Generation. Gen Z fordert sie nur lauter ein.

Eine gute Führungskraft überprüft sich selbst, baut kein Drucksystem auf und passt ihren Stil an die Menschen an, die sie führt. Der Rest ist Handwerk.

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