Indem du zuerst entscheidest, was am Tag danach anders sein soll.
Eine Kadertagung hat meistens eines von drei Zielen, und für jedes brauchst du einen anderen Menschen auf der Bühne:
Die Führungskräfte sind zufrieden, die Zahlen stimmen, und genau das ist das Risiko. Hier brauchst du jemanden, der unbequem sein darf und der von euch dafür ausdrücklich das Mandat bekommt.
Es fehlt an konkretem Können: Gespräche führen, Feedback geben, Konflikte lösen. Hier brauchst du keinen Redner, sondern jemanden, der arbeiten lässt.
Die Erkenntnisse sind da, die Umsetzung nicht. Hier ist der Vortrag Nebensache und die Moderation entscheidend.
Drei Fragen an deinen Kandidaten:
Die dritte Frage trennt Erfahrung von Routine.
Und ein Hinweis aus der Praxis: Plane am Schluss eine halbe Stunde für Verbindlichkeit ein. Jede Person nimmt einen konkreten Punkt für die nächsten dreissig Tage mit und teilt ihn in der Gruppe. Ohne diesen Schluss verpufft der beste Tag.
Steht das Ziel fest, kommt die nächste Frage. Braucht ihr überhaupt jemanden von aussen, oder reicht ein interner Vortrag?
Die Antwort hängt vom Thema ab, nicht vom Budget. Geht es um Fachwissen, Prozesse, Strategie oder Zahlen, ist intern oft die bessere Wahl. Niemand kennt euer Geschäft besser als ihr selbst. Geht es um ein Thema, das unbequem ist, ist extern die bessere Wahl.
Der Grund dafür hat nichts mit Kompetenz zu tun. Interne Personen können nicht aussprechen, was externe aussprechen können. Wer morgen wieder mit allen zusammenarbeiten muss, wägt jedes Wort ab. Genau die Sätze, die eine Tagung wirklich verändern, sind die, die intern niemand sagt.
Dazu kommt, wie eine Aussage von aussen gehört wird. Derselbe Satz, den die HR-Leitung seit zwei Jahren wiederholt, wirkt plötzlich, wenn er von jemandem kommt, der nichts davon hat.
Die beste Variante ist oft die Kombination. Intern die Zahlen und die Strategie, extern die unbequemen Fragen. Bei einer Kadertagung, die ich vorbereite, spricht deshalb fast immer die Geschäftsleitung zuerst, und ich unterbreche.
Ein guter Speaker will vor dem Angebot wissen, was bei euch los ist. Er fragt, warum ihr die Veranstaltung macht, was vorher passiert ist, was danach passieren soll und wer im Raum sitzt. Wer sofort eine Offerte schickt, hält bei euch denselben Vortrag wie letzte Woche woanders.
"New Work" ist ein Thema. "Unsere Führungskräfte sollen wieder ins Handeln kommen" ist ein Ziel. Aus einem Ziel lässt sich ein Vortrag bauen. Aus einem Thema nicht.
Ein Vortrag, dem niemand widersprechen kann, wird auch niemanden verändern. Wer es allen recht machen will, sagt am Ende nichts.
Es gibt einen Unterschied zwischen jemandem, der über Führung spricht, und jemandem, der selbst führt. Beides kann funktionieren. Aber im Raum sitzen Menschen, die sofort merken, welches von beiden es ist.
Wenn ein Speaker zu jedem Thema Ja sagt, ist er entweder Universalgenie oder er nimmt jeden Auftrag. Beides ist kein gutes Zeichen.
Warnsignale gibt es auch: kein Vorgespräch, ein Foliensatz, der schon existiert, Referenzen ohne konkrete Ergebnisse, und ein Auftritt, der vor allem den Speaker gross macht.
Die Vorbereitung entscheidet mehr über die Wirkung als der Vortrag selbst. Fünf Punkte machen dabei den Unterschied.
Nicht "wir möchten etwas zu Leadership", sondern "unsere Führungskräfte sollen aufhören, auf Entscheidungen von oben zu warten". Aus dem Ziel ergibt sich der Inhalt von selbst.
Ein Speaker, der die echten Themen kennt, trifft. Einer, der sie nicht kennt, redet daneben. Alles, was ihr im Vorgespräch verschweigt, fehlt später auf der Bühne.
Wenn der CEO nur begrüsst und dann Mails beantwortet, weiss die Runde genau, wie wichtig das Thema ist. Ein kurzes Interview zu Beginn wirkt Wunder, mit Fragen, die vorher bekannt sind. Zum Beispiel: Wieso sind wir heute hier?
Die letzten dreissig Minuten entscheiden, ob etwas bleibt. Jede Person nimmt einen konkreten Fokus für die nächsten dreissig Tage mit und teilt ihn.
Ein Termin in vier bis sechs Wochen, an dem jeder erzählt, was er umgesetzt hat. Ohne diesen Termin ist die Tagung ein schöner Tag gewesen.
Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Speaker. Es ist die fehlende Fortsetzung.
Drei Entscheidungen bestimmen, ob eure Tagung etwas verändert: intern oder extern, welche Qualität ihr sucht, und wie gut ihr vorbereitet seid.